«Sehr herzliche Atmosphäre»

Seit 17 Jahren arbeitet sie in der Hauswirtschaft und möchte am liebsten mindestens nochmals so lange bleiben: Andja Mitrovic ist im Lassalle-Haus fest verwurzelt.

«Ich komme aus Bosnien. Seit 21 Jahren bin ich in der Schweiz und seit 17 Jahren arbeite ich im Lassalle-Haus. Am Anfang war es schwer, eine Arbeitsbewilligung zu bekommen. Umso dankbarer bin ich für die grosse Unterstützung, die ich erhielt. Den Brief, den die Leitung des Lassalle-Hauses abschickte, werde ich nie vergessen. Darin stand, es liege ihr am Herzen, dass ich hier arbeiten könne. Ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt, ich war hier willkommen. Niklaus Brantschen zum Beispiel nannte mich vom ersten Tag an beim Namen, er war immer sehr herzlich zu mir. Die ersten beiden Jahre arbeitete ich als Aushilfe 30 Prozent, dann bekam ich eine feste Vollzeitanstellung. Nach der Geburt unseres zweiten Sohnes konnte ich auf 40 Prozent reduzieren. Seither bin ich für die Jesuitengemeinschaft tätig, heute wieder mit mehr Stellenprozenten. Ich bin dem Haus sehr dankbar, dass ich meine Anstellung meinen familiären Situationen anpassen konnte.

In der Hauswirtschaft sind wir ein multikulturelles Team, meine Kolleginnen und Kollegen kommen aus Sri Lanka, Mazedonien, Bosnien, Serbien. Wir haben es sehr gut untereinander, sind wie eine grosse Familie. Schön ist auch, dass wir zu den Kursteilnehmerinnen und Teilnehmern Kontakt haben. In den Schweigekursen müssen die Teilnehmer zum Beispiel täglich eine halbe Stunde im Haus mithelfen. Wir nehmen sie dann jeweils in Empfang, natürlich schweigend. Auch unsere Arbeit muss dann leise und respektvoll sein, das gefällt mir. Gerne gehe ich auch auf die Langzeitgäste zu. Es fällt mir leicht, ein Gespräch anzufangen. Wir aus Bos­nien fragen immer sofort: Hast du Familie, hast du Kinder? Und schon ist man mittendrin. Schön ist auch der Kontakt zu den Jesuiten; ich spreche gerne mit ihnen.

Ja, vor allem den Jesuiten wünsche ich modernere Zimmer, etwas mehr Raum für Privatsphäre und eigene Badezimmer und nicht nur ein Lavabo im Zimmer. Gerade ab einem gewissen Alter ist das doch schwierig. Auch die Teppiche sind uralt, manche Fensterrahmen nicht mehr dicht, die Wäscherei ist platzmässig sehr knapp und der Boden der Küche müsste erneuert werden. Ich bin auf die Neuerungen gespannt. Und ich hoffe, dass ich nochmals 20 Jahre hier arbeiten kann.»