«Ruhig, still, freundlich»

Spiritualität spielt im Leben der Heilpädagogischen Früherzieherin Patricia Kayser eine wichtige Rolle. Sie meditiert täglich, ist alle paar Wochen zur geistlichen Begleitung im Lassalle-Haus und besucht Exerzitien.

«Vor einem Jahr schloss ich mein Studium der Sonderpädagogik ab. Ich engagierte mich in der katholischen Hochschulgemeinde AKI und kam dort erstmals mit Jesuiten in Kontakt. Immer wieder waren Exerzitien ein Thema. Das weckte mein Interesse. Ich hörte mich um und stiess auf das Lassalle-Haus.

Zum Glück hat mich mein Weg dorthin geführt. Zum Einstieg besuchte ich eine Exerzitien-Woche. Eine Woche lang zu schweigen war eine ganz neue Erfahrung, ja, eine Herausforderung: die Ruhe auszuhalten, auf sich selbst zurückgeworfen zu sein, ohne Handy, ohne Buch, von nichts abgelenkt zu werden. Fragen tauchten auf: Was bewegt mich? Wo stehe ich im Leben? Wo stehe ich zu mir selbst? Und wo stehe ich in der Beziehung zu Gott? Die täglichen kurzen Gespräche mit den Exerzitien-Leitern halfen, die vielen Gedanken und Gefühle zu ordnen und zu unterscheiden. Wichtig war auch die Gruppe. Wir sprachen zwar nicht miteinander, doch das gemeinsame Schweigen verband. Jeder wusste vom anderen, dass auch er auf dem Weg ist.

Diese Woche verhalf mir zu einem realistischeren Blick: auf mich selbst und auf die Welt. Es ging darum wahrzunehmen, was ist, und auch anzunehmen, was ist. Es lief darauf hinaus, zu spüren, dass wir alle von Gott geliebt sind – egal, woher wir kommen und wer wir sind. Diese Vertiefung, dieser Aufbruch hat für mich spürbar stattgefunden. Für beides bin ich sehr dankbar.

Seither kehre ich alle paar Wochen ins Lassalle-Haus zurück zur geistlichen Begleitung bei Bruno Brantschen. Gemeinsam reflektieren wir die vergangenen Wochen und das, was gerade in Bewegung ist. Es ist für mich jedes Mal eine schöne Reise nach Bad Schönbrunn. Das Haus ist etwas ganz Besonderes. Es liegt wunderschön, ist umgeben von einem abwechslungsreichen Garten, in dem ich jedes Mal Neues entdecke. Dasselbe gilt auch für die Räume mit ihren vielen Nischen, die zum Meditieren und Verweilen einladen. Auch wenn das Haus gut besucht ist, habe ich immer genügend Raum für mich. Es fasziniert mich, was hier alles nebeneinander stattfinden kann, ohne sich gegenseitig zu stören.

Es ist ein ruhiges, stilles, freundliches Haus. Es sind freundliche Menschen, die dort arbeiten. Und es sind freundliche Menschen, die dort ihre Kurse besuchen. Beides trägt zu einer spürbar friedlichen Atmosphäre bei, die wohl tut. Man merkt, dass hier gebetet wird. Solche Häuser sind sehr wertvoll. Man fühlt sich willkommen und physisch wohl. Das hilft, sich auf das ‹Abenteuer Gott› einzulassen.»