Durchkomponierte Einheit

Rundgang durch die denkmalgeschützte Anlage des Lassalle-Hauses, die mit ihren Gegensatzpaaren von Innen-Aussen oder Geborgensein-Offenheit eine meditative Stimmung erzeugt.

Besucherinnen und Besucher merken es sofort: Hier ist manches speziell, hier ist vieles anders als anderswo, hier ist kaum etwas dem Zufall überlassen. Das Lassalle-Haus und der umliegende Park empfangen Gäste mit einer Atmosphäre von Schlichtheit, Konzentration, Schönheit und Ruhe, die kaum jemanden unberührt lässt.

Zentral ist die Reduktion aufs Wesentliche und das bewusst eingesetzte Wechselspiel von Innen und Aussen – im baulichen wie im übertragenen Sinn. Themen wie Offenheit–Geborgensein zeigen sich in jedem Winkel, in jeder Linie, widerspiegeln sich im Einsatz wechselnder Fenster-Wand-Flächen oder in den Materialien wie beispielsweise Holz und Beton, teils verputzt, teils unverputzt.

Wie ein grosses Kontinuum

Rechteckige Baukörper charakterisieren den U-förmigen Sichtbetonbau, in dessen Innern sich schlichte, vom Architekten selbst entworfene Möbel aus Holz, Leder und Baumwolle finden. Nordseitig liegt die grosse Eingangshalle, sind die Kapellen mit bunt leuchtenden Glasdecken, die schlichten Gemeinschaftsräume, die mit ihren Rampen, Galerien und den Korridoren wie ein grosses Kontinuum wirken.

Weiter geht es in unterschiedlich lange Flügel mit den Gästezimmern. Sie umschliessen mit Abwinklungen den Hof, der sich gegen Süden richtet. ­Vordächer, Treppen, weitergezogene Wand­elemente verbinden das Innen mit dem Aussen.

Alle Sinne werden angesprochen

Ob Regentropfen auf den Teich prasseln, ob der Park unter einer weissen Schneedecke liegt, ob die Baumwipfel in Nebelschwaden gehüllt sind oder ob die Sonne vom blitzblanken Himmel strahlt: Diese Landschaft ist eine Augenweide. Sie spricht alle Sinne an. Vögel zwitschern in Herrgottsfrühe, Fische drehen friedlich ihre ­Runden, eine Ente brütet seelenruhig auf ­dem Sims vor dem Sekretariatsfenster. Büsche, ­Bäume, Wiesen in allen Grüntönen, duftender ­Flieder und Bärlauch, ein Mammutbaum aus dem ­vorletzten Jahrhundert, ein 45 Meter hoher ­ge­waltiger Stamm, den kein Riese umarmen könnte, tragende, starke Äste bis in schwindel­erregende Höhe. Begegnungs- und Rückzugsorte da und dort, Bänke mit Sicht aufs Wasser oder in die Ferne, Orte, die zum Verweilen, zur Einkehr laden, ein begehbares Labyrinth, das nicht zu enden scheint, aber zum sicheren Ziel führt, ein Netz an Wegen, die Wege im wahrsten Wortsinn erlebbar machen.