Eigene Kraftquellen aktivieren

von Manuela Burkart (Kommentare: 0)

Das Lassalle-Haus unten in Edlibach erstrahlt bald wieder in alter Frische: Die Baufachleute sind mit Hochdruck dabei, alle Hauptarbeiten bis Ende Jahr abzuschliessen. Währenddessen laufen auch oben in Menzingen die Vorbereitungen zur Neueröffnung auf Hochtouren. Das Kloster liegt gut 150 Meter höher als Bad Schönbrunn – das reicht dieser Tage meist, den Kopf über die Nebeldecke strecken zu können. Entsprechend klar ist der  Blick in die Zukunft. Bekanntlich investieren wir nicht nur in den Bau, sondern in die nächste Lassalle-Haus-Generation und setzen zum Bestehenden und Bewährten neue Programmschwerpunkte:
Das Fasten hat im Lassalle-Haus eine lange Tradition und wird tiefer verankert; zur spirituellen und gesundheitlichen Dimension kommt noch konsequenter die soziale hinzu. Im Bereich Medizin und Spiritualität startet im Herbst 2016 ein neuer Lehrgang, der für Pflegende und Betreuende aller Fachrichtungen konzipiert ist. Und: Bad Schönbrunn will verstärkt noch für Menschen in Grenzsituationen eine Kraftquelle sein und Erschöpften eine Auszeit zur rechten Zeit ermöglichen.

In jeder Hinsicht eine spannende, auch herausfordernde Zeit für die Mitarbeitenden des Lassalle-Hauses. Wir freuen uns denn auch auf die paar Tage der Ruhe zwischen den Jahren, Und wie verschieden die Menschen sind, die für dieses Haus arbeiten, so verschieden ist ihre Art abzuschalten und ihre eigenen Kraftquellen zu aktivieren  – wenn auch nicht gerade während Tagen bei den weihnächtlichen Verpflichtungen, so doch während kostbaren Momenten.
Direktor Tobias Karcher (54) etwa zieht sich dazu am liebsten in die rote Kapelle im Haus zurück, „sie bringt mich in die Stille und zum Atem, der mich verbindet mit allem, was ist.“ Manuela Burkart (52), Leiterin Kommunikation und Fundraising, geht nichts über ein Jogging auf Waldpfaden über charaktervolle, alte Baumwurzeln, „hellwach nur auf den nächsten, sicheren Schritt bedacht“. Miriana Momcilovic (41) vom Hauswirtschafts-Team wiederum zieht es ebenfalls in ein Gotteshaus, „die moderne Kirche in Buchrain mit den wunderbaren Bildern von Künstler Jelmini  ist mir Heimat geworden.“ Derweil will Hubert Hänggi (81), der älteste im Bunde der Lassalle-Haus-Jesuiten, Körper und Geist auch dieser Tage mit regelmässigen Schwimmrunden fit halten. „Mein bevorzugtes Schwimmbad ist das  Lättich in Baar, wo ich mich als Gfrörli im Dampfbad zuerst aufwärmen kann.“ Buchhalterin Karin Elsener (48) ziehts hinaus in die Natur, „es erfüllt mich mit tiefer Ruhe und Ehrfurcht, wenn ich die Wunder der Schöpfung betrachten kann, wenn nur der Moment zählt.“ Wie kürzlich, als zwei Rehe auf der Ruswiler Höhe unvermittelt ihren Weg kreuzten. Es kann auch ein unscheinbares Spinnennetz sein, das ihr zum grossen, unverhofften Geschenk wird.  Auch Monika Ilg (50), Geschäftsleitungsassistentin und verantwortlich für die Personaladministration, will die Zeit nutzen, draussen in der Natur durchzuatmen, „nichts zu müssen, nur zu können und ganz auf den inneren Rhythmus zu achten“. Und sicher täglich eine Stunde Yoga praktizieren, „dafür fehlt mir im Alltag oft Zeit und Kraft.“

Ich würde am liebsten von jeder und jedem ein paar Augenblicke einfangen, hier eine Joggingrunde einlegen, da ein Kunstbild betrachten, dort ein  Reh still und andächtig begrüssen – wer weiss, ob mir dieses Glück auch mal beschieden ist. Ich bin aber schon froh,  tief ein- und wieder ausatmen zu können ohne grosse Sorge, was wohl morgen sein wird. Noch glücklicher wäre ich  – Sie wissen schon, weil Sie sicher ähnlich fühlen – wenn es allen dieser Tage so ergehen könnte.

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