Die wehmütige Stille

von Pia Seiler (Kommentare: 0)

Wehmütige Stille nach dem letzten Gast

Kennen Sie die Leere, die sich nach einem Festmahl bei Ihnen zuhause einstellt? Sie haben die Wohnung schön aufgeräumt, sorgfältig den Tisch gedeckt, mit Liebe die Speisen zubereitet, die Gäste bewirtet, in frohe Gesichter geblickt – und dann, am Ende des Abends, verabschiedet sich der letzte Gast. Sie ziehen leise die Türe zu, bleiben noch einen Moment an der Türschwelle stehen, blicken um und in sich, verspüren vielleicht Erleichterung, dass alles so gut geklappt hat. Aber eben auch diese gewisse Leere, kaum in Worte zu fassen, aber unzweifelhaft da. Sie ist im Moment durch nichts zu verdrängen, auch wenn Sie sich noch so emsig den dreckigen Töpfen und Tellern annehmen und energisch das Tischtuch ausschütteln.

Genau so ist es uns ergangen nach den Eröffnungsfeierlichkeiten nach Pfingsten. Wochenlang haben wir vorbereitet, uns vorgestellt, was Ihnen Freude machen könnte. Haben Stände aufgebaut mit Einblicken ins Lassalle-Kursprogramm, Hausrundgänge und Schnuppermeditationen organisiert, feine Häppchen und Speisen zusammengestellt. Haben Pater Saju und seine indische Crew zu einem Tanzevent eingeladen und Staffeleien zum Malen aufgestellt, damit Sie gleich an Ort und Stelle ausprobieren können, wie sich ein kontemplativer Malkurs bei uns anfühlt.
Sie haben freudig die Einladung angenommen und sind so zahlreich erschienen, wie wir es nur zu träumen wagten. Pfingstsamstag, dem Tag der offenen Tür, zählten wir über 800 Gäste. Die ersten standen um 9.30 Uhr vor der Tür, die letzten gingen um 17 Uhr. Die rote Kapelle an der Pfingstmesse am Sonntag war zum Bersten voll, auch zum Dokumentarfilm am Abend über Pater Hugo Enomiya Lassalle mussten wir zusätzliche Stühle zusammensuchen. Die stimmungsvollen Bilder, die Sie auf dieser Seite finden, zeugen von den beseelten Tagen – vielleicht sind auch Sie irgendwo abgebildet.

Und dann, am Montagmachmittag, reiste der letzte Gast ab, wars wieder ganz still im Haus. Das sind wir uns gewohnt, dafür stehen wir, das mögen wir. Doch diesmal lag Trennungsschmerz und Wehmut in der Luft. Wir liessen es zu, gedachten der glücklichen Momente, die wir insbesondere auch als Lassalle-Haus-Team durchlebten – alle leisteten grossen Einsatz bis jeweils spät in die Nacht und zogen am gleichen Strick.
Mittlerweile sind wir wieder in den Arbeitsalltag eingetaucht, bereiten Kurse, Lehrgänge, neue Formate vor. Die Forrenmatt wird baulich dieser Tage fertig, zwar knapp, aber gerade noch rechtzeitig: Ab ersten Juni steuern die ersten Zügelwagen den Annexbau oberhalb des Lassalle-Hauses an und die ersten Mieter beziehen ihre Wohnungen. Und endlich bricht der Frühling durch, schickt der Sommer seine Vorboten. Das Jahr nimmt seinen Lauf – und bringt, so hoffen wir, auch Sie wieder ins Haus!

Zurück

Einen Kommentar schreiben